Kulturhammer #26: Re-Use Deutschland mit der Re-Welle OWL vor Ort
Beim diesjährigen Kulturhammer auf dem Gelände der Recyclingbörse Herford drehte sich vieles um Kreislaufwirtschaft, Ressourcenschutz und die Frage, wie Wiederverwendung im Alltag ganz konkret funktionieren kann.
Re-Use Deutschland war im Rahmen des Projekts „Re-Welle OWL“ mit einem eigenen Aktionsangebot vor Ort.
Mit verschiedenen Mitmachaktionen konnten sich Besucherinnen und Besucher spielerisch mit den Themen Wiederverwendung und Recycling beschäftigen. Besonders bei Familien kamen das Kinderbasteln, das Re-Use Quiz und die Re-Use Rallye gut an.
So wurde schnell deutlich: Nachhaltigkeit muss nicht kompliziert sein. Gerade durch praktische Aktionen und persönliche Gespräche lassen sich die Themen Re-Use und Kreislaufwirtschaft anschaulich vermitteln und Menschen für einen bewussteren Umgang mit Ressourcen begeistern.
Gemeinsam für mehr Wiederverwendung in OWL
Der Kulturhammer war zugleich eine gute Gelegenheit, das Projekt „Starke Partner*innen für die Re-Welle Ostwestfalen-Lippe“ einem breiteren Publikum vorzustellen.
Ziel des Projekts ist es, Wiederverwendung in der Region weiter zu stärken und langfristig in kommunalen Strukturen zu verankern. Gebrauchtwaren sollen möglichst lange im Nutzungskreislauf bleiben, Abfälle vermieden und vorhandene Ressourcen besser genutzt werden.
An der Re-Welle OWL beteiligt sind die Hansestadt Herford, der Arbeitskreis Recycling e.V., Re-Use Deutschland e.V. sowie das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH. Gemeinsam arbeiten die Projektpartner daran, regionale Strukturen für Wiederverwendung weiterzuentwickeln und neue Wege für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft zu erproben.
Der Kulturhammer hat gezeigt, wie gut sich Information, Austausch und Mitmachen miteinander verbinden lassen. Vielen Dank an alle Besucherinnen und Besucher sowie an alle Beteiligten, die zu diesem gelungenen Tag beigetragen haben.
Das Projekt wird kofinanziert von der Europäischen Union und dem Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.
Öffentliche Beschaffung als Chance für Re-Use
Die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie stärkt die Bedeutung einer zirkulären öffentlichen Beschaffung. Damit rückt auch der Einkauf gebrauchter und wiederaufbereiteter Produkte stärker in den Fokus.
Besonders aktuell: Das Umweltbundesamt hat 2026 eine Hilfestellung für die öffentliche Beschaffung gebrauchter und instandgesetzter Möbel veröffentlicht. Sie enthält unter anderem Hinweise zu Vergabekriterien, Leistungsbeschreibungen und Mustervorlagen.
Für Sozialkaufhäuser und Secondhand Stores kann das neue Möglichkeiten eröffnen – etwa bei Möbeln und Ausstattung für Büros, Schulen, Kitas oder andere kommunale Einrichtungen.
Gleichzeitig können Kommunen nicht mehr benötigte Möbel gezielter in bestehende Re-Use-Strukturen geben und so länger im Kreislauf halten.
Damit entsteht eine interessante Perspektive für beide Seiten: Kommunen können Ressourcen schonen, während Re-Use-Unternehmen ihre Rolle als regionale Partner der Kreislaufwirtschaft weiter ausbauen.
Re-Use Deutschland Mengenbilanz 2026
Wie viel wird in Deutschland tatsächlich wiederverwendet?
Wiederverwendung soll nicht nur gefördert, sondern auch messbar werden. Deutschland ist deshalb verpflichtet, Daten zur Wiederverwendung von Textilien, Elektrogeräten, Möbeln sowie Baumaterialien zu erfassen und an die EU zu melden.
Das Umweltbundesamt weist allerdings darauf hin, dass sich bislang noch keine belastbaren Entwicklungstrends ableiten lassen. Für quantitative Vergleiche liegen noch zu wenige Datensätze vor.
Umso wichtiger sind zusätzliche Zahlen aus der Praxis. Mit unserer jährlichen Mengenbilanz erfassen wir deshalb, welche Warenmengen bei unseren Mitgliedern ankommen und wie viel davon tatsächlich wiederverwendet wird.
Solche Daten helfen dabei, die Leistung der Re-Use-Branche sichtbarer zu machen und eine bessere Grundlage für zukünftige Entscheidungen zu schaffen.
Recht auf Reparatur stärkt längere Produktnutzung
Mit dem neuen Recht auf Reparatur setzt Deutschland einen weiteren Schritt hin zu längeren Produktlebenszyklen. Das Gesetz ist im Juli 2026 in Kraft getreten; für Kaufverträge ab dem 31. Juli 2027 gelten die neuen Regelungen. Hersteller müssen dann bestimmte Elektrogeräte wie Waschmaschinen, Kühlschränke oder Smartphones auch nach Ablauf der Gewährleistung zu angemessenen Bedingungen reparieren.
Auch Ersatzteile und notwendige Werkzeuge sollen leichter und zu angemessenen Preisen verfügbar sein. Entscheiden sich Verbraucherinnen und Verbraucher innerhalb der Gewährleistungszeit für eine Reparatur, verlängert sich diese künftig von zwei auf drei Jahre.
Für die Re-Use-Branche ist diese Entwicklung grundsätzlich positiv: Reparieren, Aufarbeiten und Weiterverwenden werden politisch und rechtlich stärker verankert. Damit wächst auch die Bedeutung von Strukturen, die Produkte länger im Kreislauf halten – ein Ansatz, der für viele Sozialkaufhäuser und Secondhand Stores längst zum Alltag gehört.

23. September 2026: Online-Gruppenworkshop Social Media
Am 23. September 2026 von 10:00 bis 14:30 Uhr zeigen wir, wie Secondhand Stores und Sozialkaufhäuser Social Media gezielt für mehr Sichtbarkeit nutzen können.
Im praxisnahen Online-Workshop geht es um Instagram, Facebook, TikTok und LinkedIn, den Instagram-Algorithmus, Content-Säulen, wiederkehrende Formate und einen realistischen Veröffentlichungsrhythmus.
Der Workshop richtet sich an Mitarbeitende, Leitungskräfte, Gründerinnen und Gründer sowie alle, die Social Media für einen Secondhand Store, ein Sozialkaufhaus oder eine gemeinwohlorientierte Re-Use-Organisation nutzen oder neu aufbauen möchten.
Eine kostenfreie Teilnahme ist im Rahmen des Projekts „Nachhaltig wirken“ möglich, sofern die Fördervoraussetzungen erfüllt sind.

Unser Stammtisch
Wie jeden Monat im und für das Re-Use Netzwerk:
Eure aktuellen Themen besprechen wir in monatlicher Runde beim
Stammtisch für Geschäftsführer:innen im Re-Use, Betriebsleiter und andere Führungskräfte, sowie solche die es waren werden wollen und nur dem Namen nach nicht sind:
jeden letzten Mittwoch im Monat, 10 – 11h!
Noch nicht dabei? Dann sendet bitte eine Mail an office@reusedeutschland zur Freischaltung!



