Re-Welle OWL

Stärkung der kommunalen Kreislaufwirtschaft – durch Wiederverwendung

Das Projekt Re-Welle OWL verfolgt das Ziel, die kommunale Kreislaufwirtschaft nachhaltig zu stärken. Im Mittelpunkt stehen Geschäfts- und Prozessinnovationen, die die Wiederverwendung von Produkten systematisch fördern und in kommunalen Strukturen verankern.

Veränderung beginnt in der Kommune

Das Projekt setzt bewusst auf die kommunale Ebene als zentralen Hebel für Veränderung. Am Beispiel der Hansestadt Herford wird gezeigt, wie durch neue Organisations- und Prozessansätze der Übergang zu einer funktionierenden Circular Economy gelingen kann.

Vier Projektpartner arbeiten dabei mit klar definierten Aufgaben und Meilensteinen zusammen, um konkrete Lösungen zu entwickeln und umzusetzen.

Warum Kreislaufwirtschaft?

Die aktuellen globalen Herausforderungen – von Ressourcenknappheit bis hin zu ökologischen Belastungsgrenzen – machen deutlich, dass ein Umdenken notwendig ist.

Kreislaufwirtschaft bedeutet:

  • den Einsatz von Ressourcen zu reduzieren
  • Abfälle zu vermeiden
  • und Stoffkreisläufe entlang des gesamten Produktlebenszyklus zu schließen

Gerade Kommunen spielen bei der Umsetzung eine Schlüsselrolle – sowohl als Vorbilder als auch als aktive Gestalter.

Fokus: Wiederverwendung (Re-Use)

Im Zentrum von Re-Welle steht die Wiederverwendung. Sie verbindet ökologische, ökonomische und soziale Vorteile:

  • Verlängerung des Produktlebenszyklus
  • Einsparung von Ressourcen und Emissionen
  • Stärkung der lokalen Wertschöpfung
  • Vermeidung von Abfall auf hohem Niveau

Wiederverwendung gehört damit zu den wirkungsvollsten Strategien der Abfallvermeidung.

Potenziale für Kommunen

Die gezielte Förderung von Re-Use bietet Kommunen vielfältige Chancen:

  • Mehr Resilienz durch geringere Abhängigkeit von globalen Lieferketten
  • Wirtschaftliche Einsparungen, insbesondere in der öffentlichen Beschaffung
  • Stärkung lokaler Initiativen und Schaffung von Arbeitsplätzen
  • Positionierung als Vorreiter in der Kreislaufwirtschaft
  • Vorbereitung auf zukünftige gesetzliche Anforderungen

Re-Welle knüpft dabei an bestehende Strukturen an und vernetzt Akteurinnen und Akteure mit dem Ziel, die Wiederverwendung deutlich zu steigern.

Projektziele

Re-Welle verfolgt konkrete, umsetzungsorientierte Ziele:

  • Entwicklung und Einführung eines kommunalen Re-Use-Konzeptes
  • Etablierung eines Leitfadens zur Wiederverwendung (DIN SPEC)
  • Schulung von Re-Use-Akteurinnen und -Akteuren
  • Durchführung von Sensibilisierungskampagnen
  • Umsetzung und Dokumentation von Best-Practice-Beispielen

Projektpartner und ihre Rollen

Das Projekt wird gemeinsam von starken Partnern umgesetzt:

Hansestadt Herford

  • Aufbau eines Circular Economy Managements
  • Entwicklung eines Zero-Waste-Konzeptes
  • Koordination und strategische Umsetzung

Arbeitskreis Recycling e.V.

  • Umsetzung von Re-Use-Maßnahmen in der Praxis
  • Schulungen und Veranstaltungen
  • Entwicklung von Best-Practice-Lösungen

Re-Use Deutschland e.V.

  • Einführung und Weiterentwicklung des DIN SPEC Leitfadens
  • Vernetzung von Re-Use-Akteuren bundesweit
  • Aufbau von Austausch- und Bedarfsplattformen

Wuppertal Institut

  • Wissenschaftliche Begleitung
  • Monitoring und Evaluation
  • Aufbereitung und Transfer der Ergebnisse

Zero Waste als Leitbild

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist das Zero-Waste-Konzept der Stadt Herford.

Ziel ist es, Ressourcenverschwendung konsequent zu vermeiden und Kreisläufe zu schließen. Typische Maßnahmen umfassen:

  • zirkuläre Beschaffung in der Verwaltung
  • Beratungsangebote für Haushalte
  • Mehrwegsysteme und Infrastruktur im öffentlichen Raum

Re-Use in der Praxis

Konkrete Maßnahmen zeigen, wie Wiederverwendung im Alltag funktionieren kann:

  • Einführung von Leitfäden an Wertstoffhöfen
  • Ausbau von Sammelsystemen für Gebrauchtwaren
  • Einrichtung von Servicepunkten zur Kundenlenkung
  • Vermittlung von Re-Use-Angeboten für öffentliche Einrichtungen
  • Kooperationen mit Unternehmen und Sharing-Angeboten

Der Projektansatz

Die gesetzlichen Anforderungen zur Kreislaufwirtschaft sind klar – die Umsetzung in der Praxis bleibt jedoch eine Herausforderung.

Re-Welle schließt genau diese Lücke:

  • durch die Einbindung von Kommunen, Wirtschaft und Bürgern
  • durch innovative Strategien für eine zirkuläre Transformation
  • durch konkrete Lösungen für die praktische Umsetzung von Wiederverwendung

Gemeinsam für mehr Wiederverwendung

Re-Welle zeigt, wie kommunale Kreislaufwirtschaft konkret funktionieren kann – praxisnah, vernetzt und zukunftsorientiert.

Das Projekt macht deutlich:
Wiederverwendung ist ein zentraler Baustein für nachhaltige Städte und Regionen.