„Ist das Müll oder kann das Wiederverwendung?“ – Kundenbefragung im Projekt Re-Welle OWL
Drei Wochen lang wurden Besucher und Besucherinnen des SWK-Wertstoffhofs in Herford gefragt, welche Gegenstände sie entsorgen möchten und ob diese möglicherweise noch für die Wiederverwendung geeignet wären. Die Befragung ist Teil des Projekts Re-Welle OWL, das die Wiederverwendung gebrauchter Gegenstände stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken möchte.
Der Standort bietet dafür besondere Voraussetzungen: Direkt neben dem Wertstoffhof befindet sich das Wiederverwendungskaufhaus der RecyclingBörse. Diese unmittelbare Nachbarschaft von Entsorgung und Wiederverwendung wurde bereits im Konzept des „Grünen Wertstoffhofs“ als vorbildlich ausgezeichnet.
Ein erstes Blitzlicht auf die Ergebnisse zeigt einige interessante Erkenntnisse:
Überraschend viele der befragten Kunden und Kundinnen kennen bereits das Wiederverwendungsangebot der RecyclingBörse. Gleichzeitig wurden während der Befragung nur wenige Gegenstände entdeckt, die sich tatsächlich noch für die Wiederverwendung geeignet hätten.
Auffällig war außerdem der kontinuierlich hohe Besucherandrang auf dem Wertstoffhof. Die freundliche und kundenorientierte Betreuung durch das Personal sowie die übersichtliche, gut durchdachte Sortierung der verschiedenen Abfallfraktionen tragen offenbar dazu bei, dass viele Menschen den Standort regelmäßig nutzen.
Die ersten Beobachtungen liefern interessante Ansatzpunkte für die weitere Arbeit im Projekt Re-Welle OWL. Insbesondere die Frage, wie sich Wiederverwendung und Entsorgung im Alltag noch besser miteinander verbinden lassen, bleibt spannend.
Eine ausführliche Auswertung der Befragung und weitere Ergebnisse aus dem Projekt Re-Welle OWL stellen wir in Kürze vor.
Re-Welle OWL auch im WDR
Wie wichtig es ist, Wiederverwendung stärker im Alltag zu verankern, zeigt auch die aktuelle Berichterstattung über das Projekt Re-Welle OWL. Am 12. Oktober 2026 berichtete die WDR Lokalzeit OWL über die Kundenbefragung am Wertstoffhof in Herford. Auch in den regionalen Kurznachrichten von WDR 2 wurde das Thema aufgegriffen.
Das Projekt Re-Welle OWL wird gemeinsam von Re-Use Deutschland e. V., dem Arbeitskreis Recycling e. V., der Hansestadt Herford und dem Wuppertal Institut umgesetzt. Es wird von der Europäischen Union und dem Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.
Aus der Möbelbörse wird das Fundwerk – erfolgreiche Neuausrichtung mit „Nachhaltig wirken“
Ein gelungenes Beispiel aus unserem Beratungsprojekt „Nachhaltig wirken“: Das Secondhand-Kaufhaus der a.l.s.o. in Schwäbisch Gmünd hat sich neu aufgestellt und unter dem Namen Fundwerk seine Wiedereröffnung gefeiert.
Im Rahmen von „Nachhaltig wirken“ wurde das Team von unserem Beraterteam bei der konzeptionellen Neuausrichtung begleitet. Ziel war es, die bisherige Möbelbörse zu einem zeitgemäßen Secondhand-Kaufhaus mit einem erweiterten Angebot und einer attraktiven Warenpräsentation weiterzuentwickeln.
Hinter dem Wandel liegen intensive Monate voller Planung, Diskussionen, kreativer Ideen und tatkräftiger Umsetzung. Das Ergebnis wurde am 9. Oktober mit einer gelungenen Neueröffnung gefeiert: Modenschau, Musik, Kreativangebote und zahlreiche interessierte Gäste sorgten für einen abwechslungsreichen Auftakt.
Wir freuen uns, dass unser Beratungsprojekt „Nachhaltig wirken“ diesen Veränderungsprozess begleiten und unterstützen konnte! Ein schönes Beispiel dafür, wie aus neuen Ideen und engagierter Zusammenarbeit ein zukunftsfähiges Geschäftskonzept entstehen kann.
Auch Ihr möchtet Euer Sozialkaufhaus oder Euren Secondhand Store neu ausrichten, Euer Sortiment weiterentwickeln oder Eure Außenwirkung verbessern? Im Rahmen von „Nachhaltig wirken“ unterstützen wir Euch mit individueller, kostenfreier Beratung – von der ersten Idee bis zur praktischen Umsetzung.
Große Wirkung sozialwirtschaftlicher Unternehmen der Kreislaufwirtschaft im Jahr 2025
Kaum ein anderer Sektor kann eine so positive Wirkung vorweisen wie die Sozial- und Kreislaufwirtschaft. Jahr für Jahr leisten die sozialwirtschaftlichen Unternehmen der Kreislaufwirtschaft im Netzwerk von RREUSE einen bedeutenden sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Beitrag. Durch ihre Aktivitäten in den Bereichen Wiederverwendung, Reparatur und Recycling schaffen sie inklusive Beschäftigungsmöglichkeiten und fördern die gesellschaftliche Teilhabe.
Seit 2017 erhebt RREUSE Daten aus seinem Netzwerk, um die gemeinsame Wirkung seiner Mitglieder in 22 Ländern sichtbar zu machen.
Im Jahr 2025 haben die Mitglieder von RREUSE:
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1.340.000 Tonnen Abfälle gesammelt,
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120.000 Menschen in ihre Aktivitäten rund um Wiederverwendung, Reparatur und Recycling eingebunden,
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einen Gesamtumsatz von 1,334 Milliarden Euro erwirtschaftet.
Die aktuelle Infografik zur Wirkung der Mitgliedsorganisationen verdeutlicht das gesamte Ausmaß ihres Beitrags. Sie zeigt unter anderem die gesammelten Mengen nach Materialarten, die vermiedenen CO₂-Emissionen und die Anzahl der geschaffenen Arbeitsplätze.
Wiederverwendung im Nachlassfall – Wertvolles bewahren statt entsorgen
Wenn ein Mensch verstirbt, stehen Angehörige häufig vor der Herausforderung, einen ganzen Haushalt aufzulösen. Neben persönlichen Erinnerungsstücken bleiben Möbel, Hausrat, Kleidung, Bücher und viele weitere Gegenstände zurück. Vieles davon ist noch gut erhalten und könnte weitergenutzt werden, statt bei einer Haushaltsauflösung entsorgt zu werden.
Re-Use bietet auch im Nachlassfall eine sinnvolle Alternative. Sozialkaufhäuser und Secondhand Stores können geeignete Gegenstände übernehmen und ihnen ein zweites Leben ermöglichen. So bleiben Produkte länger im Nutzungskreislauf und können anderen Menschen zugutekommen.
Re-Use im Nachlassfall – Thema im Deutschlandfunk
Auch der Deutschlandfunk hat sich mit der Frage beschäftigt, wie gut erhaltene Gegenstände aus Nachlässen sinnvoll weiterverwendet werden können. Unsere Geschäftsführerin Julia Althoff war dazu als Interviewpartnerin im Radio zu hören und erläuterte die Möglichkeiten der Wiederverwendung sowie die Rolle sozialwirtschaftlicher Re-Use-Betriebe.
Informationsflyer zur Wiederverwendung im Nachlassfall
Um Angehörigen und Personen, die mit Nachlassauflösungen befasst sind, eine erste Orientierung zu geben, haben wir einen Informationsflyer zur Wiederverwendung im Nachlassfall entwickelt. Er zeigt, welche Möglichkeiten es gibt, gut erhaltene Gegenstände einer weiteren Nutzung zuzuführen.
Den Flyer stellen wir kostenlos zum Download bereit. Er kann auch an Angehörige, Nachlassverwaltungen und andere Interessierte weitergegeben werden.
Europäische Woche der Abfallvermeidung 2026 – Macht mit!
Vom 21. bis 29. November 2026 findet die Europäische Woche der Abfallvermeidung (EWAV) statt. Unter dem Motto „Ressourcen wertschätzen. Bewusst entscheiden!“ stehen in diesem Jahr Abfallvermeidung, Wiederverwendung, Reparatur und bewusster Konsum im Mittelpunkt.
Für Sozialkaufhäuser und Secondhand Stores ist die Aktionswoche eine gute Gelegenheit, die eigene Arbeit sichtbar zu machen. Denn was in unseren Betrieben täglich geleistet wird, ist gelebte Abfallvermeidung: Gebrauchte Waren erhalten eine zweite Chance, Produkte bleiben länger im Umlauf und wertvolle Ressourcen werden geschont.
Ob Aktionstag im Geschäft, Einblicke hinter die Kulissen, Reparaturveranstaltung oder eine besondere Secondhand-Aktion – die Möglichkeiten zur Beteiligung sind vielfältig.
Nutzt die Aktionswoche, um auf Eure Arbeit aufmerksam zu machen und zu zeigen, welchen Beitrag Sozialkaufhäuser und Secondhand Stores zur Wiederverwendung leisten.
Auf der offiziellen Website findet Ihr Anregungen, Aktionsbeispiele und Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit.

Batteriehaltige Altgeräte: Mehr Sicherheit bei Sammlung und Rücknahme gefordert
Falsch entsorgte Lithium-Ionen-Batterien stellen für die Abfall- und Recyclingwirtschaft ein wachsendes Sicherheitsrisiko dar. Beschädigte oder unsachgemäß behandelte Batterien können Brände auslösen – mit erheblichen Folgen für Mitarbeitende, Anlagen und Entsorgungsbetriebe.
Am 6. Oktober 2026 haben Verbände der Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft die Ergebnisse eines Runden Tisches im Bundesumweltministerium kommentiert. Sie begrüßen erste Maßnahmen gegen Batteriebrände, sehen jedoch weiteren Handlungsbedarf. Im Mittelpunkt stehen die Vermeidung falsch entsorgter Batterien, sichere Rückgabewege und eine angemessene Verteilung der entstehenden Kosten.
Auch für Sozialkaufhäuser und Secondhand Stores ist das Thema relevant. Bei der Annahme gebrauchter Elektrogeräte können beschädigte Akkus oder nicht erkennbare Batterien ein Risiko darstellen. Eine sorgfältige Sichtprüfung, klare Abläufe bei der Warenannahme und die getrennte Behandlung auffälliger Geräte sind daher besonders wichtig.
Dabei geht es nicht nur um den sicheren Umgang mit nicht mehr verwendbaren Geräten. Auch bei der Prüfung von Elektrogeräten für den Wiederverkauf sollten mögliche Gefahren durch Akkus und Batterien berücksichtigt werden.
Unser Hinweis: Prüft Eure internen Abläufe bei der Annahme und Lagerung batteriebetriebener Geräte und sensibilisiert Eure Mitarbeitenden für mögliche Risiken.

KURZINFOS
Reparaturbonus: Breites Bündnis fordert bezahlbare Reparaturen
Ein Bündnis aus 18 Organisationen, darunter die Deutsche Umwelthilfe, der Paritätische Gesamtverband und der Verbraucherzentrale Bundesverband, fordert die Einführung eines herstellerfinanzierten Reparaturbonus für Elektrogeräte. Damit sollen Reparaturen bezahlbarer werden und mehr Geräte länger genutzt werden können.
Secondhand als Bestandteil der Haushaltsplanung
Gebrauchtwaren bieten vielen Haushalten die Möglichkeit, ihren Bedarf an Kleidung, Möbeln und Alltagsgegenständen kostengünstig zu decken. Für Sozialkaufhäuser und Secondhand Stores unterstreicht dies die Bedeutung eines vielfältigen und bezahlbaren Angebots. Neben der Wiederverwendung erfüllen sie damit eine wichtige soziale Funktion.
Circular AI Hub: Künstliche Intelligenz für die Kreislaufwirtschaft
Das Bundesumweltministerium hat mit dem Circular AI Hub eine Innovationsplattform gestartet, die Künstliche Intelligenz für die Kreislaufwirtschaft nutzbar machen soll. Im ersten Ideenwettbewerb konnten bis zum 16. Oktober Konzepte eingereicht werden. Die ausgewählten Teams erhalten jeweils 10.000 Euro zur Weiterentwicklung ihrer Ideen. Die Präsentation ist für den 10. November geplant.
International Repair Day 2026: Reparieren verbindet
Am 17. Oktober fand der zehnte Internationale Tag der Reparatur statt. Unter dem Motto „Repair brings us together“ machten Reparaturinitiativen weltweit auf die Bedeutung langlebiger und reparierbarer Produkte aufmerksam. Im Mittelpunkt standen gemeinschaftliches Engagement, Wissensaustausch und die Freude am Reparieren.
Neue Regeln für Umweltwerbung seit September
Seit dem 27. September 2026 gelten strengere gesetzliche Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen. Pauschale Begriffe wie „umweltfreundlich“ oder „grün“ dürfen nicht ohne entsprechende Voraussetzungen verwendet werden. Auch Sozialkaufhäuser und Secondhand Stores sollten ihre Werbetexte, Websites und Social-Media-Beiträge überprüfen.
EU-Herstellerverantwortung: Erleichterungen für kleinere Unternehmen in Diskussion
Das Europäische Parlament hat sich im Oktober mit möglichen Erleichterungen bei der erweiterten Herstellerverantwortung beschäftigt. Im Mittelpunkt steht die Pflicht zur Benennung bevollmächtigter Vertreter bei grenzüberschreitender Geschäftstätigkeit. Die vorgeschlagenen Erleichterungen sollen vor allem Kleinst- und Kleinunternehmen betreffen. Die übrigen Pflichten der Herstellerverantwortung bleiben davon unberührt.
EU Circular Talk: Kreislaufangebote attraktiver machen
Wie werden gebrauchte und reparierte Produkte für mehr Menschen zur selbstverständlichen Wahl? Mit dieser Frage beschäftigte sich der EU Circular Talk am 27. Oktober 2026. Diskutiert werden bessere Angebote, bezahlbare Alternativen und Rahmenbedingungen, die kreislauforientierten Konsum im Alltag erleichtern.

10. November 2026 | Online-Seminar: Operative Steuerung mit den richtigen Kennzahlen
10:00–13:00 Uhr | Online
Kostenlos für Teilnehmer des Projektes „Nachhaltig Wirken“
Wie lassen sich wirtschaftliche Stabilität und soziale Wirkung erfolgreich miteinander verbinden?
In unserem Online-Seminar erfahrt Ihr, wie Ihr ein praxistaugliches Kennzahlensystem für Euren Betrieb entwickelt. Im Mittelpunkt stehen betriebswirtschaftliche Kennzahlen, wirkungsorientierte KPIs (Social Impact) und deren Einsatz als Frühwarn- und Steuerungsinstrumente.
Ihr lernt, wie sich auch soziale Ziele messbar machen und relevante Daten ohne großen bürokratischen Aufwand erfassen lassen.
Das Seminar richtet sich an Geschäftsführer und Geschäftsführerinnen, Bereichsleitungen sowie Verantwortliche im Controlling.
Jetzt anmelden und die wirtschaftliche und soziale Wirkung Eures Betriebs gezielt steuern!

19. November 2026 | Zwei KI-Workshops für den Secondhand-Alltag
Verkaufstexte und Produktfotos mit Künstlicher Intelligenz erstellen – einfach, schnell und praxisnah.
Wie lassen sich gebrauchte Produkte mit wenig Aufwand ansprechend präsentieren? In zwei Online-Workshops zeigen wir Euch, wie KI bei der Vermarktung Eurer Waren unterstützen kann.
10:00–12:00 Uhr | KI für Verkaufstexte
Lernt, wie Ihr aus wenigen Produktinformationen überzeugende Verkaufstexte für Online-Shops, Social Media und Verkaufsplattformen erstellt. Ihr erfahrt, wie Ihr KI mit den richtigen Eingaben (Prompts) steuert und Texte an unterschiedliche Zielgruppen anpasst.
Weitere Informationen und Anmeldung
13:00–15:00 Uhr | KI für Produktfotos
Gute Produktbilder müssen nicht aufwendig sein! Wir zeigen Euch, wie Ihr mit KI vorhandene Fotos optimiert, Hintergründe austauscht, Produkte freistellt und ansprechende Bilder für Eure Werbung gestaltet. Verschiedene Tools werden direkt ausprobiert.
Weitere Informationen und Anmeldung
Beide Workshops sind einzeln buchbar und richten sich insbesondere an Mitarbeitende aus Sozialkaufhäusern und Secondhand Stores. Vorkenntnisse in KI sind nicht erforderlich.
Im Rahmen des Projekts „Nachhaltig wirken“ ist die Teilnahme für förderberechtigte gemeinwohlorientierte Unternehmen kostenfrei.
Jetzt anmelden und KI für Euren Arbeitsalltag entdecken!

Unser Stammtisch
Wie jeden Monat im und für das Re-Use Netzwerk:
Eure aktuellen Themen besprechen wir in monatlicher Runde beim
Stammtisch für Geschäftsführer:innen im Re-Use, Betriebsleiter und andere Führungskräfte, sowie solche die es waren werden wollen und nur dem Namen nach nicht sind:
jeden letzten Mittwoch im Monat, 10 – 11h!
Noch nicht dabei? Dann sendet bitte eine Mail an office@reusedeutschland zur Freischaltung!




