Bericht von der rreuse-Jahreskonferenz 2025 in Neapel
Oktober 2025 | Motto: „Verloren im Wandel? Ein Kompass für eine inklusive Kreislaufwirtschaft“
Auch in diesem Jahr kamen Re-Use-Akteur*innen aus ganz Europa zur rreuse-Jahreskonferenz zusammen – diesmal im lebendigen Neapel, wo nicht nur die Altstadt, sondern auch die Debatten vibrierten. Ziel der Konferenz war es, die Rolle sozialwirtschaftlicher Re-Use-Strukturen im europäischen Wandel zu schärfen und voneinander zu lernen – über Ländergrenzen, politische Rahmenbedingungen und Erfahrungswelten hinweg.
Wandel auf drei Ebenen: Green – Social – Digital
Der gesellschaftliche Umbruch fordert soziale Unternehmen heraus – und eröffnet Chancen. Innovation muss künftig im Rahmen planetarer Grenzen stattfinden, mit Fokus auf Gemeinwohl statt reiner Marktlogik. Kreislaufwirtschaft kann dabei nicht nur ökologisch gedacht werden – sie muss sozial gerecht sein.
Ein zentrales Ergebnis:
👉 Sozialunternehmen gehören als systemrelevanter Teil im Übergang zur Kreislaufwirtschaft anerkannt.
Sie bringen Würde, Solidarität, Nachhaltigkeit und Augenhöhe in den Transformationsprozess ein – sicht- und spürbar im Alltag. Damit das gelingt, braucht es Mut zur Kooperation: „Schließt euch zusammen, bevor ihr allein anklopft!“
Best-Practice-Beispiele aus Europa
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Spanien:
Eine starke Sozialökonomie mit funktionierenden Netzwerken und rund 11 Mio. Arbeitsplätzen zeigt, dass ein eigenes sozio-ökologisches Ökosystem Innovation antreibt – getragen von Stolz und Sichtbarkeit. -
Griechenland:
Auf Initiative sozialer Re-Use-Organisationen wird pro 20.000 Einwohner*innen ein Re-Use-Center eingerichtet. Ein echter Durchbruch für Abfallvermeidung – finanziert durch EPR-Mechanismen.
Diese Beispiele machen Mut und zeigen: Wenn Sozialwirtschaft, Wissenschaft und Wirtschaft zusammentreffen, entstehen Lösungen, die Kreislaufwirtschaft messbar voranbringen.
Was bleibt?
Bei aller Euphorie wurde ebenso deutlich: Viele Initiativen stehen wirtschaftlich unter Druck. Der Wandel ist herausfordernd, Ressourcen knapp – die Devise lautet für viele schlicht: überleben. Umso wichtiger ist der gemeinschaftliche Kompass des Netzwerks, das gegenseitige Lernen und die Wertschätzung sozial-ökonomischer Arbeit in Europa.
Und neben Fachdebatten blieb Raum für Miteinander: Neapel, Pizza, Vesuv – und das Gefühl, als Netzwerk gestärkt in die Zukunft zu blicken.















