Re-Use Deutschland bei der Zukunftskonferenz Textilstrategie in Berlin
Am Donnerstag waren die beiden Geschäftsführerinnen des Verbands Re-Use Deutschland in Berlin, um sich über aktuelle Entwicklungen rund um die zukünftige Ausrichtung der Textilpolitik zu informieren und sich mit Akteurinnen und Akteuren aus dem Bereich Sammlung, Sortierung und Wiederverwendung zu vernetzen. Anlass war eine Veranstaltung des Dachverbands FairWertung, dem Zusammenschluss sozial- und gemeinwohlorientierter Sammel- und Sortierbetriebe in Deutschland.
Im Mittelpunkt des Austauschs stand die geplante Umsetzung der erweiterten Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility, EPR) für Textilien. Dieses Instrument wurde bereits vor einigen Jahren auf europäischer Ebene beschlossen und wird derzeit in verschiedenen europäischen Ländern umgesetzt oder vorbereitet. Ziel ist es, Hersteller stärker in die Verantwortung für den gesamten Lebenszyklus von Textilien einzubeziehen – insbesondere für Sammlung, Sortierung, Wiederverwendung und Recycling.
Bei der Veranstaltung wurde der aktuelle Stand der Diskussion zur nationalen Umsetzung der EPR in Deutschland vorgestellt und eingeordnet. Diskutiert wurde unter anderem, wie ein zukünftiges System organisiert werden könnte und welche ökologischen sowie sozialen Ziele dabei berücksichtigt werden sollten. Ein erwartetes Eckpunktepapier der Bundesregierung zur konkreten Ausgestaltung steht derzeit noch aus.
Ein wichtiger Aspekt der Diskussion war die Rolle bestehender Strukturen der Wiederverwendung. Sammel- und Sortierbetriebe sowie die Re-Use-Häuser des sozialen Sektors leisten bereits heute einen zentralen Beitrag zur „Vorbereitung zur Wiederverwendung“. Sie verfügen über gewachsene Strukturen, langjährige Erfahrung und funktionierende Netzwerke, die für eine erfolgreiche Umsetzung der Textilstrategie und den Übergang zu einer echten Kreislaufwirtschaft unverzichtbar sind.
Zum Abschluss der Veranstaltung fasste FairWertung-Geschäftsführer Thomas Ahlmann den Austausch zusammen und betonte die Bedeutung dieser Akteure für die zukünftige Entwicklung der Textilkreisläufe. Ohne die bestehenden Strukturen der Sammlung, Sortierung und Wiederverwendung werde eine nachhaltige Umsetzung der erweiterten Herstellerverantwortung kaum möglich sein.
Umso mehr freut sich Re-Use Deutschland, dass Thomas Ahlmann dieses Thema auch auf der kommenden Jahrestagung des Verbands weiter vertiefen wird. Dort wird es unter anderem darum gehen, wie Wiederverwendung im Textilbereich gestärkt und im Rahmen zukünftiger politischer Strategien weitergedacht werden kann.








